Die Low Carb Diät

Ich kann mich noch an eine Zeit erinnern, als auf sehr vielen Produkten Dinge standen wie “0,1% Fett”. Diäten, bei denen wenig Fett aufgenommen wird schienen in den Köpfen der Menschen äußerst effektiv zu sein. Der menschliche Körper braucht jedoch Fett! Vor allem ungesättigte Fettsäuren können der Gesundheit einen großen Nutzen bringen. Irgendwann kam der Umschwung: Eiweißreiche Diäten wurden “in”. Zu der Zeit redete jeder über die sogenannte “Atkins-Diät”, die den gedanklichen Umschwung brachte. Wenn dich nicht interessiert, weshalb die Low Carb Diät so angesagt ist, dann kannst du direkt zum Abschnitt Der Low Carb Ernährungsplan springen.

Low Carb wird immer populärer

Die folgenden zwei Trendkurven beziehen sich darauf, wie viele Menschen in Google nach “Low Carb Diät” im Vergleich zu “Low Fat Diät” suchen:

Wie man sieht, ist die Low Carb Diät in aller Munde und das Interesse steigt. Im Vergleich zu “Low Carb Diät” wird viel weniger nach der “Low Fat Diät” gesucht. Ein Grund für die steigende Popularität stellt womöglich auch der Hype um einige Produkte da, die als Basis “Low Carb” beziehungsweise die abgewandelte Version “Slow Carb” haben. Ein gutes Beispiel ist das Abnehmprogramm “10 Weeks Body Change” von Detlef D! Soost. Man kann einen Zusammenhang zwischen der Promotion von Herrn Soost seines Programms mit der allgemeinen Suchbereitschaft nach “Low Carb” recht gut erkennen:

Der Low Carb Ernährungsplan

Low Carb basiert auf einer sehr einfachen Grundregel: Kohlenhydrate sollten vermieden werden. Mehr nicht. Nagut, ein bisschen mehr ist da schon noch. Man kauft heutzutage sehr häufig Lebensmittel, in denen Zucker beigesetzt ist (ohne dies zu wissen). Bei einer Low Carb Diät sollte man sich darauf schulen, genau auf die Inhaltsstoffe zu achten. Selbst Pulver für den Salat enthalten häufig Zucker.

Low Carb Konzepte wie die Atkins-Diät empfehlen eine nicht höhere Menge als 20g Kohlenhydrate pro Tag. Gerade dann, wenn Low Carb in Kombination mit Cardio- oder Krafttraining erfolgt, werden häufig mehr als 20g pro Tag empfohlen.

Der Körper braucht jedoch Kohlenhydrate, um zu funktionieren. Bei Menschen, die sich nicht nach Low Carb ernähren, bezieht der Körper seine Energie aus Fetten und Zucker (Glucose). Werden die Kohlenhydrate weggelassen, so bezieht der Körper nach einer Umstellungsperiode seine Energie aus sogenannten “Ketonkörpern”. Ketonkörper werden in der Leber aus Fettsäuren gewonnen (beziehungsweise: Es ist ein kataboler Vorgang, bei dem die Fettsäuren in Ketonkörper umgewandelt werden). Befürworter der Low Carb Diät streben den Zustand des Stoffwechsels namens “Ketose” an. Für den Körper ist die Ketose jedoch nichts anderes als ein Zustand des Hungers.

Lebensmittel, die man bei einer Low Carb Diät essen darf, sind vielseitig: Alles, was fettreich ist und / oder Eiweiß beinhaltet, darf zu sich genommen werden.

Nicht gegessen werden dürfen

  • Brot, Nudeln, Kartoffeln sowie alle anderen Lebensmittel, die Kohlenhydrate beinhalten!

Es ist meiner Meinung nach unnötig, an dieser Stelle einen speziellen Low Carb Ernährungsplan zu beschreiben. Hat man absolut keine Idee für ein Gericht, so lohnt sich der Besuch von Rezepteseiten wie Chefkoch.de. Dort schaut man nach allem, was kein Teig beinhaltet und lecker aussieht. Schaut man sich die Zutaten der in Frage kommenden Gerichte an und merkt, dass keine Kohlenhydrate-haltigen Lebensmittel enthalten sind, so lässt sich das Gericht problemlos essen.

Ein typischer Low Carb Tag könnte so aussehen: Morgens: Omelett mit Bacon und Gemüse, Mittags: Fleischspieße mit Salat, Abends: Thunfischsalat.

Abwandlungen von Low Carb

Die Low Carb Diät hat für viele Diäten als grundlegendes Fundament gedient. Viele Menschen sahen die Schwachstellen von Low Carb und versuchten, diese auszumerzen (unter Beibehaltung des grundlegenden Prinzips). Weiter unten kannst du die Kritik an Low Carb lesen. Einige der Diäten, die das Low Carb Prinzip ansatzweise beinhalten, versuchen die Nachteile dieser Diätform “auszubessern”. So bin ich etwa ein Fan von Slow Carb.

Bei der Slow Carb Diät dürfen Kohlenhydrate in moderaten Mengen durch Hülsefrüchte aufgenommen werden. Da es sehr viele verschiedene Sorten von Hülsefrüchten gibt, kann man sich auch recht gut abwechseln. Meine Theorie ist, dass man sich aufgrund der täglichen “Dosis” an Kohlenhydraten viel aktiver und weniger müde fühlt als bei der reinen Low Carb Diät.

Auch die Detlef D! Soost Diät oder die Verona Pooth Diät funktionieren nach diesem Prinzip!

Das erste Mal las ich von Slow Carb jedoch im Buch “Der 4 Stunden Körper” von Tim Ferriss. Ein weiteres Buch, das ich empfehlen kann, ist “Die Metabole Diät” von Claudia Werne und Stephan Korte. Dieses setzt sich gut mit den Grundlagen von Low Carb auseinander und stellt eine Ernährungsweise (die Metabole Diät) vor, die die Schwachstellen von Low Carb berücksichtigt.

Kritik an Low Carb

Die Low Carb Diät wird einerseits von vielen Menschen angeprisen, hat jedoch auch Nachteile, die kritisiert werden: So soll angeblich das Risiko für Herz/Kreislauf-Erkrankungen bei Low Carb erhöht sein. Außerdem verliere man in den ersten wenigen Wochen eher in größeren Mengen eingelagertes Wasser. Dadurch, dass Früchte bei einer Low Carb Diät “tabu” sind, könne es nach Meinung einiger Wissenschaftler auch sein, dass man nicht genügend Nährstoffe und wichtige Vitamine zu sich nimmt.

Aufgrund des Verzichtes auf eine Gruppe von Lebensmitteln könnte es verschiedenen Menschen auch sehr schwer fallen, die Diät durchzuhalten. Zum Schluss sei noch gesagt, dass Fette weiterhin eine hohe Energiedichte aufweisen. Man nimmt durch einen Kaloriendefizit ab – wer denkt, er könne sich unbegrenzt viel Fett während einer Low Carb Diät zuführen, der wird bald merken, dass es mit seiner Diät nicht vorangeht. Mehr Kritik gibt es hier.

Aufgrund der Komplexität des Themas haben wir unter der URL http://www.lowcarbdiaet.info ein eigenständiges Projekt zum Thema LowCarb gelauncht!

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